vorträge

kriterien für den vorgang des szenischen gestaltens


zusammenfassung des theorieansatzes für die studierenden des nachdiplomstudiums "szenisches gestalten" an der hdkz in den jahren 1998-2001

um die spannweite des begriffs "szenisches gestalten" in den verschiedensten phasen einer realisierung nicht aus den augen zu verlieren, hier einige überlegungen zur durchdringung respektive rückkopplung der wichtigsten elemente:

text
die grundlage jeder arbeit ist eine formulierte absicht, ein klar umrissenes ziel oder ein anzustrebender prozess: wir wollen diese formulierung, egal in welcher art und weise sie dann in die aufgabenstellung eingeht, text nennen. die notation dieses textes kann schriftlicher, bildnerischer oder medialer natur sein; auf jeden fall muss sie erlauben, das endprodukt an dieser ausgangsformulierung zu messen. daher ist es günstig, die originale notation mit schriftlichen erläuterungen und reflexionen zu erweitern.

forschung
unter diesem begriff werden alle quellen, vorlagen, hinweise und vergleichbare arbeiten verstanden, die zur ausformulierung der aufgabe, resp. des resultats gehören. es ist von vorteil, wenn zu jedem begriff eine persönliche bemerkung, kritischer oder weiterführender art, angebracht wird.

material und komposition
unter diesen begriffen sind die überlegungen zu den elementen und zum aufbau der arbeit darzulegen, nicht nur unter ästhetischem, sondern auch unter ausführungstechnischem, ökonomischem und finanziellem aspekt.

raum
darunter fallen alle studien, ausführungsideen und realisationsvorschläge nicht nur des spielraumes, sondern auch jene, die den ganzen umraum (mit technik, publikum etc.) umfassen. berücksichtigt müssen dabei die probleme des lichtes, der zusätzlichen medialen mittel und des transportes hin zum aufführungsort und auch wieder deren retournierung werden.

inszenierung
darin müssen alle überlegungen zur endgültigen ausgestaltung des ereignisses dargestellt, eine notation für die mitteilung an die mitarbeiter (licht, ton, technik, darsteller etc.) gefunden werden (im sinne eines regiebuches) und es ist unerlässlich hinweise anzubringen für die realisierbarkeit des ganzen unter berücksichtigung der vorbereitungs-, proben-, technischen aufbau-, resp. abbau-, und vorstellungsphase.

darsteller
entwurf einer charakteristik der mitarbeiterInnen in hinblick auf ihre ausbildung, ihrer äusseren erscheinung, ihres könnens, ihrer funktion und ihrer wirkung. dazu werden beschreibungen erwartet, die die zu erwartenden abweichungstoleranzen festlegen oder den einfluss von veränderungen auf das konzept diskutieren.

besucher
zuerst das verhältnis des events zu einem geladenen oder zufälligen publikum skizzieren, anordnungen planen, die die gewünschte relation zwischen spielort und zuschauerplatz ermöglichen und den fluss des gesamten anlassen eruieren: vom einlass bis zum weggang.

versuchen, ein zielpublikum und eine wirkungsgeschichte der gesamten arbeit zu beschreiben, ziele der aufführung zu benennen und ergebnis und aufnahme zu analysieren.


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